Petra von Alvensleben


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Die Ebenen


Beim Aufstellen kommt es darauf an, das nahe Thema zu finden, welches das blockierte System
wieder zur eigendynamischen Bewegung bringt, so dass Entwicklung erneut möglich wird.

Mich erinnert das an die Homöopathie:
die Wahl des Mittels bestimmt das Thema, aber die Potenz ist auch von entscheidender Bedeutung.
Wie tief muss ich in die Thematik eindringen?
Auf welcher Ebene löse ich?
Bleibt man nur an der Oberfläche, gelingt kein Wandel von Dauer.
Geht man aber zu schnell zu nah an das eigentliche Thema, verschliessen wir uns und rufen unsere Schutzmechanismen ab.
Eventuell entstehen neue Symptome oder wir drehen uns im Kreis.

Wenn jemand zu mir kommt, der Ärger mit dem Chef hat, dann "arbeiten" wir manchmal mit dem Chef.
Beim nächsten Klienten kann aber etwas ganz anderes richtig sein.
Hier drängt vielleicht ein Thema mit dem Vater in den Vordergrund, das der Chef nur stellvertretend spiegelte.
Ein anderes Mal müssen wir möglicherweise in die Ahnengalerie schauen und entdecken die Verstrickungen des Großvaters im Nationalsozialismus als wirkende Kraft.
Manchmal ist es etwas abstrakter: ein Kollektiv-Thema, so wie z. B. die unterdrückte Rolle der Frau während vieler Jahrhunderte...
Auch kann man in seinem eigenen Körper-Geist-Seele-System arbeiten und
lernt unterschiedliche innere Anteile kennen, die sich gegenseitig blockieren statt miteinander zu arbeiten..

In der Arbeit mit Gruppen finde ich es stets bemerkenswert, wie Klienten als Stellvertreter für ein Thema gewählt werden,
das auch sie selbst in abgewandelter Form betrifft. Durch die starke Distanz - als Stellvertreter ist das, was man fühlt, ja zunächst das Thema des anderen - schnuppert man schon mal in kleinen Dosen, wie es sich anfühlt. Eventuell löst man auch auf dieser Ebene, ohne alle kleinen Details der eigenen Geschichte zu kennen.
(vgl. Homöopathie: das ähnlichste Mittel heilt...)

Wichtig ist die eigene Erfahrung. Die Aufstellung (wie das homöopathische Mittel) fungiert nur als
Impulsgeber.
Ähnlich wie eine Filmszene oder ein Buch, das wir lesen....oder eine kurze Szene auf der Straße, die
uns im Vorübergehen ins Auge fällt und einen nachhaltigen Eindruck hinterläßt.

Die schamanischen Reisen sind hier noch dichter: auf eine gestellte Frage erhalten wir Antworten in Form von Bildern
unserer inneren Landschaft. Wir verstehen sie oftmals intuitiv. Der Verstand hat jedoch Mühe, eine befriedigende Interpretation zu liefern.

Somit könnte man sagen, ich begebe mich mit einer Frage = einer Bitte um Hilfe auf den Weg, weil ich etwas verändern
möchte. Daraufhin begegnet mir ein lösender Impuls, der zum nächsten Schritt oder aber auch zur Spontanheilung führt.

Welche Ebene dabei berührt werden muss, läßt sich im Vorfeld noch nicht sagen.

Manchmal löst auch die Körperarbeit einen tieferen Heilungsprozess aus.....wird mein Körper beweglicher, bewegt sich auch etwas in meinem Geist, in meiner Seele.
Heil zu werden hat etwas damit zu tun, ganz zu werden. Alle Aspekte zu integrieren. (vgl. engl. : whole = ganz, heil, voll, gesamt)

Wir sehen, also: Heilung ist vielschichtig. Allgemeingültige Aussagen lassen sich nicht treffen.
Wahrnehmungsschulung und die Entwicklung der Intuition scheinen mir neben dem kognitiven Erlernen von Fachwissen eine
unabdingbare Voraussetzung....

"Das Unglück ist,
dass das Übliche
für das Wesentliche
gehalten wird."
F. J. Pearls


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