Petra von Alvensleben


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Systemaufstellungen

Das Leben ist für mich: Hinfallen, Aufstehen, Weitergehen.
Es ist
nicht die Anstrengung, das Hinfallen zu vermeiden......
Leben ist Erfahrung.
Aufstellungen sind ein Angebot, neue Erfahrungen zu machen...
...seinen Blickwinkel zu erweitern....

Aufstellungsarbeit erlaubt uns Einblicke in verborgene Zusammenhänge.
Es ist so, als würde ich ein Haus anschauen und mit bloßem Auge nicht erkennen,
ob über die Fenster Wärme entweicht - ob die Fenster gut isoliert sind.
Fotografiere ich jedoch mit einer Wärmebildkamera, erkenne ich unterschiedliche
Farbgebungen. Anhand dieser farbigen Art der Darstellung wird sichtbar, wo Wärme
entweicht. Ich kann daraufhin gezielt intervenieren.
Statt die Heizung aufzudrehen, kann ich die Fenster isolieren.
Ähnlich funktionieren Aufstellungen: mit bloßem Auge - oder vielmehr in bloßer
Unterhaltung - wird nicht sichtbar, welche Kräfte alle auf uns und unser derzeitiges
Thema einwirken.
Mittels Figuren, Steinen, Bodenankern oder eben auch Menschen als Stellvertreter
können Muster und Spielarten plötzlich in Erscheinung treten.
Sie sind nun aus dem Unterbewußtsein ins Bewußtsein getreten und sind somit auch
aktiv veränderbar. Statt nur noch mehr Energie ins aussichtslose Aktivitäten zu stecken
(Heizung aufdrehen), kann ich nun gezielt meine Aufmerksamkeit auf die blockierten
Bereiche lenken (Fenster isolieren).

Ich fasse im folgenden stark verkürzt einige "Eckpfeiler" dieser Methode zusammen.

1. generationsübergreifend
Eine Grundannahme war dabei, dass unsere Krisen im eigenen Leben
beeinflusst sind von den Traumatisierungen unserer Vorfahren.
Krieg und Flucht, getötete Kinder, zu Unrecht erworbener Besitz,
Vergewaltigungen, Verluste und vieles andere wirken offensichtlich
auf die Nachfahren, wenn sie nicht gut bewältigt worden sind.

2. Trauma-Energie lähmt
Es ist wie eingefrohrene Energie, die als Erinnerung "weitervererbt" wird.

Durch die Aufstellungs-Methode können wir diese Zusammenhänge sichtbar
machen und im Nachhinein auflösen.
Schicksale, die betrauert worden sind, Leid, das gesehen wurde, Unrecht,
das benannt wurde läßt auf wundersame Weise die Energie im System
wieder fließen.
Das Gefühl des "Festhängens" und "Sich-Wiederholens" von alten Mustern
wandelt sich in Kraft und Zuversicht.

3. systemisches Denken - alles wirkt auf jeden
Der systemische Ansatz folgte dabei der Annahme, dass alle im System
einen bestimmten Platz haben. Sollte z.B. ein Familienmitglied "nicht gesehen"
sein, wie es bei einem abgetriebenen und verschwiegenen Kind der Fall ist, nimmt
ein anderes Kind quasi stellvertretend den Platz des vergessenen Geschwisters ein.
Es leidet dann vielleicht unter unerklärlichen Symtomen oder kommt nicht wirklich
in sein eigenes Leben, in seine Kraft, lebt sein Potential nicht.

Auch dieses Phänomen wird in Aufstellungen sichtbar. Die Erleichterung, wenn
die "Plätze richtig besetzt" sind, ist sofort für alle spürbar.
Alle sind miteinander verbunden. Aber jeder ist nur an seinem eigenen Platz
gesund und stark.....
Fremdes Schicksal kann man nicht tragen.

4. Autonomie und Symbiose

Noch nicht ganz so alt und populär ist letztlich ein weiterer Gedanke, den vor allem
Prof. Dr. Ruppert oder auch Dr. Langlotz publik gemacht haben.

Wir sind zwar alle ein Teil des Systems und erfahren dessen Auswirkungen. Wir
sollten alle aber auch im Laufe des Erwachsen-Werdens eine gesunde Fähigkeit
zur
Abgrenzung ausprägen.
Sie beschreiben beide das Phänomen der Symbiose als Grundlage der Mutter-Kind-Beziehung.
Beide fühlen die Gefühle des anderen. Der Säugling "weiß" quasi noch nicht, wer er ist.
Es gibt noch keine ausdrückliche Grenzen zwischen Mutter und Kind.
Erst im Laufe des Älter-Werdens grenzt sich - in einer gesunden Beziehung - das Kind
immer mehr ab. Es erfährt die eigenen Bedürfnisse, Gedanken und Wünsche.

Diese Autonomie-Bestrebungen sind aber gerade in "traumatisierten Systemen" - vor
allem mit traumatisierten Müttern - unterbunden.
Noch als erwachsener Mensch identifiziert man sich mit den Gefühlen und Bedürfnissen
seiner Mitmenschen statt Kontakt mit seinem - ich nenne es mal - gesunden, wahren Selbst
zu haben.

Hier arbeiten wir in der Aufstellungsarbeit mit Abgrenzung und Erfahrung des eigenen Raumes.
Es ist erstaunlich, wie manchmal in Sekundenschnelle Erleichterung und Kraft eintritt,
sobald man in Kontakt mit seinem eigenen Selbst ist und "fremde Energie" aus seinem Raum
hinausbefördert hat...
(Wer mag, liest die Bücher von Franz Ruppert oder stöbert auf der website e-r-langlotz.de,
wobei es nur Anregungen sein sollen, keine Gesetze...)

5. kreatives Entdecken und immer wieder neues Lernen (Phänomenologie)
Aufstellungsarbeit ist nie "fertig". Sobald wir uns auf den Prozess einlassen, entdecken wir
gemeinsam fortwährend neue Aspekte des Zusammenlebens. Wir begeben uns wie
Forscher auf die Suche nach einer Lösung für Probleme und lassen uns immer wieder
von Neuem überraschen.
In meinen Seminaren leite ich den Prozess an und stehe mit meiner Erfahrung und
meinem Wissen zur Verfügung. Dennoch höre ich nicht auf, dazu zu lernen und sehe auch
die Teilnehmer in ihrer Weisheit als wichtigen Teil des Prozesses.

Das bedeutet auch, dass wir erfinderisch sein dürfen in der Wahl der Mittel.
Wo nicht ausreichend Stellvertreter zur Verfügung stehen, benutzen wir Bodenanker
(Din-A-4-Zettel) und alles, was sich im Raum befindet.
Wenn man sich anvertraut, ist alles, was man braucht, bereits da.

6. Organisationsaufstellungen, Symptomaufstellungen, Familienaufstellungen .....
Man kann im Grunde alles aufstellen:
Fußpilz oder die Frage, warum eine Firma keinen Ertrag abwirft. Schulprobleme oder den
Streit mit dem Nachbarn. Schwere Krankheiten (als Ergänzung zur Schulmedizin - nicht als Ersatz!)
und unerklärliche Ängste.
Einige Kollegen haben sich auf Organisationsaufstellungen in Firmen und Betrieben spezialisiert.
Einige arbeiten sehr spirituell. Einige sehr analytisch.
Es gibt Kollegen, die beziehen die Homöopathie mit ein oder die Astrologie.
Jeder bringt hier seine Vorlieben, sein Potential und seine Erfahrung ein. Der Klient entscheidet für sich,
wo er sich am wohlsten fühlt und welche Art gerade für seine Frage am passensten zu sein scheint.
Das entbindet den Coach/ Therapeuten nicht von seiner Verantwortung.
Es legt aber auch eine Menge Verantwortung in die Hände des Klienten und zeigt Zutrauen in dessen
Weisheit und Fähigkeit.

Ich persönlich bin sehr an die schamanische Tradition angebunden. Ich bin eine Finderin. Ich finde
verloren gegangene Seelenanteile und helfe - wenn die Zeit reif ist - sie zurückzubringen.
Fremde Energie soll dabei ausgeleitet werden.
Aber wie auch immer man es nennen mag: ob Symbiose-Autonomie-Bestrebungen oder
Seelenverlust oder "Besetzung" oder Engergieraub:
am Ende ist immer das Ziel, wieder ganz zu werden und in die Freude und in die Kraft zu gelangen.
Um das Leben zu umarmen mit all seinen Facetten, Wundern und Überraschungen.....





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